IM RAHMEN: TIMM ULRICHS

German artist Timm Ulrichs, born in Berlin in 1940, is an unwavering observer of life, of his own existenceand that of others. His art extends beyond all typifying definitions. He fathoms human existence in order tomake it perceptible. ‘Nothing is too big or too small to be observed’ (Timm Ulrichs).

Experiences and discoveries resulting from this experimental practice are found in his works, which arecarried by irony, in a way that opens up thoughts and enriches thinking. Timm Ulrichs questions whatconcerns us all. He creates awareness for everyday reality and prepares it with a lot of humor paired withphilosophical thinking.The works on show in the untitled projects gallery feature the recurring themes from his strikingly broadscope of interdisciplinary accomplishments. They deal with the relationship between the self and the world, the spectacular within the banal, alternations of presence and the process of vanishing as well as language in the form of concrete poetry.  

The artworks presented are united by the minimal intervention of change, the deception-free déjà vu, the brief moment of the changed perspective and the aha experience as a surprising experience of familiar contexts of meaning. Art and life are his credo. He subjects himself to the most adverse circumstances in order to develop artactions that postulate the conditions of being human. The public is also invited to postulate something oftheir own and thereby get a taste of what Timm Ulrichs has been doing for 60 years.


Der performativ und multimedial arbeitende Konzeptkünstler Timm Ulrichs, geboren 1940 in Berlin, lebt und arbeitet ebendort und in Hannover. Er war von 1972 bis 2005 Professor an der Kunstakademie Münster. Für seine Arbeit wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, u. a. mit dem Niedersächsischen Staatspreis, dem MFI-Preis für Kunst im Öffentlichen Raum, dem Kritikerpreis für Bildende Kunst, dem Konrad-von-Soest-Preis, dem Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste Berlin und zuletzt 2020 mit dem Käthe-Kollwitz-Preis an der Akademie der Künste Berlin.Timm Ulrichs vielfältiges und umfangreiches Œuvre umfasst konzeptuelle Arbeiten, Skulpturen, Fotografien, Performances, Wand- und textbasierte Arbeiten. Deren Inhaltliches rekrutiert sich aus permanenter und konsequenter Selbstbefragung, Selbstspiegelung und Selbstbestimmung über das eigene. Seine künstlerische Forschung ist experimentell sowie konstruktiv und findet zumeist am eigenen Körper statt. Seinem Credo „es ist nichts groß genug und nichts klein genug, um nicht beobachtet zu werden“ geht das Interesse an den Bedingungen des Menschseins voraus. Leben.Die Schau in der Galerie untitled projects zeigt Werke stets wiederkehrender Themen seiner bemerkenswert großen Spannbreite interdisziplinären Schaffens. Sie wenden sich dem Verhältnis zwischen dem Selbst und der Welt, dem Spektakulären am Unspektakulären, dem Wechselspiel zwischen Präsenz und dem Prozess des Verschwindens sowie der Sprache in Form von Konkreter Poesie zu. Die präsentierten Arbeiten eint der minimale Eingriff an Veränderung, das täuschungsfreie Déjà vu, der kurze Moment des veränderten Blickwinkels und das Aha-Erlebnis als überraschende Erfahrung bekannter Sinnzusammenhänge. Ulrichs verbindet Kunst und Leben. Er weitet den herkömmlichen Kunstbegriff selbstironisch und gattungsübergreifend aus und setzt sich dafür selbst den widrigsten Umständen aus. In diesem Sinn werden auch die BesucherInnen von IM RAHMEN: TIMM ULRICHS eingeladen, Eigenes preiszugeben und damit eine Vorstellung von dem zu bekommen, was Timm Ulrichs seit 60 Jahren macht.


Sabine Kienzer, September 2021